Tagesfestival im AZ Köln


„Think outside the box!“

Das queer-feministische Tagesfestival im Mai.

Am 05.05. öffnet das AZ Köln seine Türen für ein HipHop-OpenAir der anderen Art. Unser Anspruch ist es, einen Raum zu schaffen, der Platz für queere Gegenkultur bietet und urbane Jugendkultur in ihren subversiven Facetten zeigt. Diese Fusion zweier Subkulturen finden wir verdammt spannend.

Um 14:00 Uhr
geht’s los mit unserem D.I.Y.-Programm, fetten Beats, Workshops uvm.
Wer sich austauschen und vernetzen will, kommt zum theorethischen Input in den Parkettsaal.

Ab 19:00 Uhr wird uns musikalisch eingeheizt:
Freut euch auf Nic Knatterton, Refpolk (Schlagzeiln) und Lena Stöhrfaktor (Conexion Musical) feat DJ Noizy Neighbor.

Einlassspende: 3-5 Euro

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HipHop und Feminismus? Seid ihr bekloppt?

Um die Intention für dieses Festival zu verstehen, muss mensch die Geschichte von HipHop verstehen. Rapmusik entstand aus der sich Gehör verschaffenden Kreativität perspektivloser Jugendlicher in den amerikanischen Innenstädten. Damals wie heute noch steht diese Musik vielfach für den Versuch auf soziale Missstände und Rassismus in der Gesellschaft hinzuweisen und dagegen zu kämpfen. Streetart und Graffitikunst sind, obgleich die Inhalte streitbar sind, immer noch die Aneignung von Fläche und Raum. Damit hinterfragen sie kapitalistische Eigentumsverhältnisse. Diese Kulturform nimmt immer noch Bezug auf marginalisierte Lebensumstände und somit erreicht sie viele Kinder und Jugendliche, welche meist von politisch-kulturellen Debatten – seien sie noch so gut gemeint – nichts mitbekommen. Zum einen ist für diese jungen Menschen der akademische Bereich im Regelfall verschlossen, zum anderen sind sie in solchen Diskursen fast immer nur Objekt. Mitsprache bleibt ihnen verwehrt und eine angebliche Handlungsunfähigkeit wird suggeriert. Genau dort setzt HipHop als eine Art Werkzeug an, das sie als Subjekte agieren lässt. HipHop entsteht als eine sich stets erneuernde, unabhängige urbane Kultur aus der schöpferischen Kraft des undergrounds, auch ohne underground zu sein.

Dieses städtische Phänomen auf sexistische Inhalte, mackerige Texte und pornographische Videos zu reduzieren, entspringt einem schwarz-weiß Denken, welches wir nicht teilen. Natürlich gibt es diese Entwicklungen und die Mainstream-Musikbranche leistet ihnen Vorschub und natürlich müssen wir das kritisieren und uns dagegen stellen. Aber längst gibt es sie ja, die FemmeC’s und DJanes, welche die männlich-dominierte Szene hinterfragen und Gleichberechtigung, in der Kunst wie im Leben, einforden. Nicht zu vergessen sind feministische Künstler_innen und queere Rapper_innen, die ihre Musik nutzen, um Gender-Kategorien zu dekonstruieren.

Einen Tag lang wollen wir uns nun dem Thema HipHop und Emanzipation widmen; gemeinsam malen und sprühen, battlen, scratchen und diskutieren. Alle Einnahmen gehen ans räumungsbedrohte AZ Köln und an den EA Köln (Squatted-Räumung am 03.03.12).